Ein Einfamilienhaus in Dessau-Roßlau, Baujahr 1974, Gasbrenner neu, aber Heizkosten trotzdem hoch: Der Eigentümer hatte bereits 2.000 Euro in neue Heizkörperthermostate und eine Brenneroptimierung investiert – ohne spürbare Einsparung. Die Thermografie, durchgeführt bei –4 °C im Dezember, zeigte binnen 90 Minuten zwei massive Wärmebrücken: eine nicht gedämmte Betondecke über dem Keller und ein auskragendes Betonelement an der Westfassade, das die Wandtemperatur innen auf unter 10 °C absenkte. Beide Punkte wären durch Heizungstechnik nie behebbar gewesen – sie lagen in der Gebäudehülle. Die anschließende Innendämmung dieser zwei Bereiche kostete 2.400 Euro und senkte den Gasverbrauch laut Abrechnung im Folgejahr um 830 Euro. Die Thermografie selbst hatte 320 Euro gekostet.

Was zeigt eine Thermografie am Gebäude?

Eine Gebäudethermografie nutzt eine Infrarot-Kamera, um Temperaturunterschiede an der Gebäudehülle sichtbar zu machen. Warme Stellen (rot/gelb) zeigen Wärmeverluste, kalte Stellen (blau/grün) zeigen gute Dämmung.

Konkret sichtbar werden:

  • Wärmebrücken: Balkone, Fensterlaibungen, Ringbalken – Stellen mit erhöhtem Wärmestrom
  • Fehlende oder feuchte Dämmung: Bereiche in Wand, Dach oder Kellerdecke ohne ausreichende Dämmschicht
  • Luftleckagen: Undichtigkeiten in der Gebäudehülle (besonders wirkungsvoll kombiniert mit Blower-Door-Test)
  • Feuchte Stellen: Wassereintritte im Dach oder Feuchteschäden in der Wand
  • Heizleitungen und Fußbodenheizung: Verlauf und Funktion sichtbar machen
Thermografie ist kein Ersatz für den Blower-Door-Test: Die Kamera zeigt, wo Wärme verloren geht – aber nicht, wie viel Luft durch Lücken strömt. Für normgerechte Nachweise nach DIN EN ISO 9972 ist der Blower-Door-Test notwendig. Beide Tests zusammen geben das vollständigste Bild.

Preisübersicht 2026

Die Kosten einer Gebäudethermografie hängen vom Gebäudetyp, der Anzahl der Aufnahmen und dem Umfang des Berichts ab:

LeistungPreis (netto)Enthält
Thermografie EFH bis 200 m²ab 250 €Außenaufnahmen, Kurzauswertung
Thermografie EFH mit Innenab 350 €Außen + Innenaufnahmen, Kurzauswertung
Thermografie EFH Vollbericht450–650 €Alle Fassaden + Bericht mit Handlungsempfehlungen
Thermografie MFH 6–12 WE450–800 €Vollbericht, alle Fassadenansichten
Thermografie Gewerbe/Industrieauf AnfrageIndividuell nach Objekt
+ Fahrtkosten0,75 €/kmab Lostau bei Magdeburg

Alle Preise zzgl. gesetzlicher MwSt. Für genaue Angebote: kurze Anfrage mit Adresse und Gebäudebeschreibung.

Kombi mit Blower-Door-Test: Günstiger und aussagekräftiger

Die Kombination aus Blower-Door-Test und Thermografie ist die effizienteste Art, die energetische Qualität einer Gebäudehülle zu beurteilen. Beide Tests zusammen kosten weniger als separat gebucht, weil die Anfahrt nur einmal anfällt.

Kombi-PaketEinzelpreiseKombinationErsparnis
Blower-Door + Thermografie EFH390 + 350 = 740 €ab 550 €ca. 190 €
Blower-Door + Thermografie MFHab 590 + 500 = 1.090 €ab 800 €ca. 290 €

Beim Kombitermin können Leckagen, die der Blower-Door-Test aufspürt, sofort mit der Wärmebildkamera sichtbar gemacht werden – das macht die Leckageortung präziser und schneller.

Wann ist Thermografie sinnvoll – und wann nicht?

Optimale Bedingungen

Thermografie funktioniert nur, wenn ein ausreichend großer Temperaturunterschied zwischen innen und außen besteht. Die Faustregeln:

  • Außentemperatur unter 5 °C (besser: unter 0 °C)
  • Temperaturdifferenz innen/außen mindestens 10 K, besser 15 K
  • Kein direktes Sonnenlicht auf die gemessenen Flächen (Messung abends oder morgens)
  • Stabiles Wetter (kein Wind, kein Regen)
Saisonale Terminfenster: In Deutschland sind Oktober bis März die optimalen Monate für Thermografie. In milden Wintern (über 5 °C) kann die Aussagekraft eingeschränkt sein – BlowerDoorMR informiert Sie transparent darüber.

Wann Thermografie nicht sinnvoll ist

Im Hochsommer (Juni–August) ist Gebäudethermografie bei normal beheizten Wohngebäuden kaum aussagekräftig, da keine ausreichende Temperaturdifferenz besteht. Ausnahme: Dachkühlung und Photovoltaikprüfung.

Was ist im Preis enthalten?

Ein vollständiger Thermografieauftrag bei BlowerDoorMR umfasst:

  • Vor-Ort-Messung mit kalibrierter Infrarot-Kamera (FLIR)
  • Aufnahmen aller Fassadenansichten und kritischer Innenanschlüsse
  • Digitaler Bilderbericht mit Beschriftung und Temperaturangaben
  • Handlungsempfehlungen für festgestellte Schwachstellen
  • Beratungsgespräch nach der Messung
  • Bericht innerhalb von 48–72 h per E-Mail

Wann rechnet sich die Thermografie?

Die Thermografie lohnt sich immer dann, wenn die Heizkosten unverhältnismäßig hoch sind, Schimmel an Wärmebrücken wiederkehrt oder ein geplante Sanierung auf solide Daten gestützt werden soll. Typische Rendite-Situationen:

  • Altbau mit n50 > 4,0 und Heizkosten > 150 kWh/m²: Thermografie deckt Schwachstellen auf, die gezielte Investitionen ermöglichen. Einsparung oft 15–25 % der Heizkosten.
  • Neubau-Abnahme: Kombination Blower-Door + Thermografie deckt Ausführungsmängel auf, bevor Estrich und Verkleidungen alles verdecken. Mängelbeseitigung kostet dann 80 % weniger als nach Übergabe.
  • Vor Fördermittelantrag: Thermografie-Protokoll ist bei einigen BAFA-Maßnahmen und KfW-Programmen als Nachweis anerkannt.
  • Schimmelursachen-Diagnose: Statt Raten und Testen zeigt die Thermografie genau, wo Kältebrücken die Taupunkt-Unterschreitung verursachen.

Thermografie jetzt anfragen

BlowerDoorMR misst in Sachsen-Anhalt, Berlin, Niedersachsen, Sachsen und Brandenburg. Kombitermine mit Blower-Door-Test möglich.

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Häufige Fragen

Ja – Energieberatungskosten und damit verbundene Gutachten können im Rahmen von § 35c EStG (Steuerermäßigung für energetische Sanierung von Wohngebäuden) steuerlich geltend gemacht werden. Lassen Sie sich vom Steuerberater beraten.

Ein EFH dauert ca. 1–2 Stunden vor Ort, ein MFH 2–4 Stunden. Der Bericht mit Auswertung folgt innerhalb von 48–72 h. Bei Kombitermin mit Blower-Door-Test ca. 3–4 Stunden insgesamt.

Ja – feuchte Stellen zeigen sich im Thermobild oft als kalte Bereiche (bei Heizperiode), weil Wasser Wärme speichert und die Oberfläche abkühlt. Für eine gesicherte Feuchtigkeitsdiagnose sind allerdings zusätzliche Feuchtemessungen nötig.