Luftdichtheitsmessung nach DIN EN ISO 9972

Blower-Door-Test: Leckagen finden, Nachweise sichern

Die Differenzdruckmessung ist der einzige normgerechte Beweis, dass Ihre Gebäudehülle dicht ist. Wir messen seit 2006 – für GEG-Nachweis, KfW-Förderung und werthaltige Bausubstanz. Ab 390 €, Protokoll in 24–48 h.

DIN EN ISO 9972
GEG- & KfW-tauglich
Leckageortung inkl. Foto-Doku
Seit 2006 zertifiziert
Wöhler BC600 Blower-Door-Anlage mit roter Einbauplane und Gebläse in einer Haustür
Unsere Messtechnik: Wöhler BC600 Differenzdruck-Messanlage, kalibriert und normkonform.
Das Verfahren

Was ist ein Blower-Door-Test?

Beim Blower-Door-Test (Differenzdruckverfahren) wird ein kalibriertes Gebläse luftdicht in eine Außentür eingebaut. Es erzeugt nacheinander 50 Pascal Unterdruck und Überdruck im Gebäude – das entspricht etwa Windstärke 5 auf alle Fassaden gleichzeitig.

Gemessen wird, wie viel Luft das Gebläse fördern muss, um diese Druckdifferenz zu halten. Daraus ergibt sich die Luftwechselrate n50: Sie sagt aus, wie oft das komplette Raumluftvolumen pro Stunde durch Undichtigkeiten entweicht. Je kleiner der Wert, desto dichter die Hülle.

Während der Messung herrscht definierter Unterdruck – der ideale Moment, um jede einzelne Leckage mit Rauchstift, Luftgeschwindigkeitsmessgerät oder Thermografie sichtbar zu machen und fotografisch zu dokumentieren.

Norm-Wissen: Gemessen wird nach DIN EN ISO 9972:2018 (Nachfolger der EN 13829), Verfahren 1 (Gebäude im Nutzungszustand) oder Verfahren 3 (Prüfung der Gebäudehülle, z. B. baubegleitend). Das Protokoll weist beide Messreihen, Klimarandbedingungen und Geräte-Kalibrierung aus – genau das verlangen KfW-Prüfer.
Rechtliche Grundlage

Wann ist der Blower-Door-Test Pflicht?

Drei Situationen, in denen Sie um die Messung nicht herumkommen

GEG § 26 – Neubau

Das Gebäudeenergiegesetz fordert eine dauerhaft luftundurchlässige Gebäudehülle nach Stand der Technik. Wird die Luftdichtheit in der Energiebilanz angesetzt (niedrigere Lüftungswärmeverluste) oder ist eine Lüftungsanlage eingebaut, führt am Nachweis per Messung kein Weg vorbei.

KfW / BEG-Förderung

Für alle Effizienzhaus-Stufen (EH 85 bis EH 40 Plus, Neubau wie Sanierung) ist das Blower-Door-Protokoll Pflichtbestandteil der „Bestätigung nach Durchführung". Ohne Protokoll keine Auszahlung des Tilgungszuschusses. Details zur Förderung →

Passivhaus & Vertrag

Passivhaus-Zertifizierung (PHI) verlangt n50 ≤ 0,6/h, gemessen und dokumentiert. Auch viele Bauträger- und Generalunternehmerverträge vereinbaren die Messung als Abnahmekriterium – sie schützt beide Seiten vor späteren Streitigkeiten.

Messwerte verstehen

n50-Grenzwerte im Überblick

Anforderungn50-GrenzwertGrundlage
Neubau ohne Lüftungsanlage≤ 3,0 h⁻¹GEG § 26 / DIN 4108-7
Neubau mit Lüftungsanlage≤ 1,5 h⁻¹GEG § 26 / DIN 4108-7
KfW-Effizienzhaus 55 / 40≤ 1,5 / ≤ 1,0 h⁻¹ (empfohlen)BEG-Nachweisführung
Passivhaus≤ 0,6 h⁻¹PHI-Zertifizierung
Unsanierter Altbau (typisch)4–15 h⁻¹Praxiswerte aus 19 Jahren Messung

Vertiefung: n50-Wert – was gilt als gut? und Blower-Door-Test im Altbau

Echte Messpraxis

Leckageortung: Das finden wir bei fast jeder Messung

Originalaufnahmen aus unseren Prüfberichten – so sehen die Schwachstellen aus, die Heizkosten kosten und Schimmel verursachen

Leckage an einer Kabeldurchführung im Trockenbau – mangelhafte Verklebung der Dampfsperre
Kabeldurchführung im Trockenbau: Die Dampfsperre wurde um die Leitung nicht sauber verklebt – hier strömt bei 50 Pa deutlich messbar Kaltluft ein.
Lufteinströmung an Deckenspots durch Mangel an der Dampfsperre
Deckenspots: Einbaustrahler durchstoßen die Luftdichtheitsebene – ein Klassiker, der ganze Dachgeschosse auskühlen lässt.
Lichtschalter im Außenwandbereich nicht luftdicht – Leckage bei der Blower-Door-Messung
Lichtschalter in der Außenwand: Ohne luftdichte Gerätedosen zieht es durch die Elektroinstallation – spürbar an kalten Schalterabdeckungen.
Fehlender Anpressdruck der Lippendichtung am Terrassentürelement
Terrassentür: Fehlender Anpressdruck der Lippendichtung – oft nur eine Beschlag-Einstellung, aber messbar im n50-Wert.

Jede gefundene Leckage dokumentieren wir mit Foto und Positionsangabe im Bericht. Ihre Handwerker wissen damit exakt, wo nachgebessert werden muss – ohne Verdacht, ohne Flächensanierung, ohne Diskussion. Mehr dazu im Ratgeber Leckageortung: Wann lohnt sich der Profi?

So läuft Ihr Termin

Ablauf in 5 Schritten

1. Vorbereitung (durch Sie, 15 Min.)

Alle Fenster und Außentüren schließen, Innentüren öffnen. Kamin/Ofen kalt, Dunstabzug und Lüftungsanlage aus, Siphons gefüllt. Sie erhalten vorab unsere Checkliste.

2. Einbau der Messanlage (20–30 Min.)

Die Wöhler BC600 wird mit Spannrahmen und Plane luftdicht in eine Außentür gesetzt – beschädigungsfrei, auch bei fertigen Oberflächen.

3. Messreihen (30–45 Min.)

Automatisierte Druckstufen von 10 bis 60+ Pascal, jeweils als Unterdruck- und Überdruckreihe nach DIN EN ISO 9972. Die Software protokolliert jede Stufe.

4. Leckageortung (30–90 Min., optional)

Bei anliegendem Unterdruck: Begehung mit Rauchstift, Anemometer und auf Wunsch Wärmebildkamera. Jede Schwachstelle wird fotografiert und verortet.

5. Protokoll & Beratung (24–48 h)

Sie erhalten das normgerechte Prüfprotokoll (GEG-/KfW-tauglich) per E-Mail – inklusive Leckagebericht mit Fotos und konkreten Nachbesserungs-Empfehlungen. Bei Fragen: Marcel Rohrlack erklärt Ihnen jedes Ergebnis persönlich.

Kompletten Ablauf & Preise ansehen
Neubau oder Altbau?

Zwei Messungen, zwei Ziele

Neubau: baubegleitend messen spart bares Geld

Die wirtschaftlichste Messung findet statt, wenn die Luftdichtheitsebene fertig, aber noch sichtbar ist – vor der Trockenbau-Beplankung. Nachbesserungen kosten dann Minuten statt Tausende Euro. Die Schlussmessung liefert anschließend das offizielle Protokoll für GEG und KfW.

Altbau: erst messen, dann sanieren

Im Bestand zeigt die Messung mit Leckageortung, wo Ihr Gebäude Energie verliert – bevor Sie in Dämmung investieren. Typische Befunde: undichte Dachbodenluken, Rollladenkästen, Installationsdurchführungen. So fließt Ihr Sanierungsbudget dorthin, wo es wirkt. Ratgeber Altbau-Messung →

Lufteinströmung am Heizkreisverteiler einer Trockenbau-Innenwand bei der Leckageortung
Befund aus der Praxis: Lufteinströmung am Heizkreisverteiler – von außen unsichtbar, im Unterdruck sofort messbar.

Häufige Fragen zum Blower-Door-Test

Ab 390 € netto für ein Einfamilienhaus bis 200 m² Wohnfläche, zzgl. Fahrtkosten (0,75 €/km ab Lostau bei Magdeburg). Mehrfamilienhäuser und Gewerbe nach Luftvolumen – Sie erhalten innerhalb von 24 Stunden ein Festpreisangebot. Alle Preise transparent auf der Seite Ablauf & Preise.

1,5 bis 2,5 Stunden beim Einfamilienhaus: Einbau 20–30 Minuten, Messreihen 30–45 Minuten, optionale Leckageortung 30–90 Minuten. Das Protokoll folgt in 24–48 Stunden per E-Mail.

Nicht zwingend – Zugang genügt. Wir empfehlen die Anwesenheit aber besonders bei der Leckageortung: Wenn Sie die Schwachstellen mit eigenen Augen sehen (und den Luftzug an der Hand spüren), können Sie Nachbesserungen mit Ihren Handwerkern viel souveräner verhandeln.

Ja. Die DIN EN ISO 9972 definiert Grenzen für Wind (Mittel unter ca. 6 m/s) und das Produkt aus Temperaturdifferenz und Gebäudehöhe. Wir prüfen die Randbedingungen vor jedem Termin – und der Winter hat einen Vorteil: Leckagen sind mit der Thermografie dann besonders deutlich sichtbar.

Für das Angebot: Adresse, Gebäudetyp, Wohnfläche und Baujahr. Für die Messung selbst: Grundrisse oder Wohnflächenberechnung (zur Volumenermittlung) – falls nicht vorhanden, nehmen wir die Maße vor Ort auf.

Ja – regelmäßig in Berlin, Leipzig, Hannover, Braunschweig, Dresden und ganz Mitteldeutschland. Unsere Referenzen reichen von Leipzig bis Bensheim bei Frankfurt.

Blower-Door-Test anfragen

Festpreisangebot innerhalb von 24 Stunden – Termin oft innerhalb einer Woche.